Michael Bermeitinger

Sind in Mainz tatsächlich einmal Karosserien für Bugatti gebaut worden? In welcher Pizzeria war Helmut Kohl zeit seines Politikerlebens Stammgast? Warum wurde das Gelände für die Hafenanlagen ab Mitte des 19. Jahrhunderts aufgeschüttet? Welcher Film lief fast ein Jahr lang im Capitol-Kino?

Seit September 2018 erscheint in der Allgemeinen Zeitung Mainz die Serie „Stadtspaziergang“ von Michael Bermeitinger: Jede Woche wird eine andere Straße mit ihrer Geschichte und ihren Geschichten vorgestellt.

Nach den ersten drei Bänden der Mainzer Stadtspaziergänge. Bd. I vom Rhein zum Kästrich, Bd. II: Von der Großen Bleiche bis St. Stephan und Bd. III: Vom Münsterplatz zur Oberstadt und zurück liegt jetzt der vierte Band vor: Bd. IV: Bleichen-Viertel, Kaiserstraße und der Zollhafen.

Michael Bermeitinger kam in den 70er-Jahren nach Mainz und hat seine Stadt lieben gelernt, dabei aber den kritischen Blick auf sie nicht verloren. Inzwischen hat er eine umfangreiche Sammlung alter Fotos, Ansichtskarten, Werbung und Mainz-Literatur aufgebaut – die Grundlage für seine Kennerschaft.

Die Mainzer Stadtspaziergänge von Michael Bermeitinger erwecken ein tiefes Verständnis für die historische Entwicklung von Straßenzügen, Häusern oder Plätzen. Wer zum Beispiel weiß, dass der Begriff ‘Boulevard’ vom holländischen ‘bulwerk’ (Bollwerk) entlehnt ist, begreift gleich zweierlei: Dass erstens die jetzige Kaiserstraße völlig zu recht zuerst Boulevard genannt wurde, denn sie liegt auf einem Festungswerk. Und einem wird zweitens klar, warum Mainz so lange auf diese, seine erste Prachtstraße warten musste. Denn bevor sie gebaut werden konnte, musste das Militär zustimmen und dies ging erst nach dem gewonnenen Krieg von 1870/71, als nicht mehr Mainz, sondern Metz zur westlichsten Festung wurde. (Angelika Schulz-Parthu)

Michael Bermeitinger: Mainzer Stadtspaziergänge. Bd. IV: Bleichen-Viertel, Kaiserstraße und Zollhafen, ISBN 978-3-945782-70-5, 144 S., 269 Abb., Broschur, 17,95 €