Interview mit Angelika Schulz-Parthu

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Liebe Frau Schulz-Parthu, sind Sie gut ins neue Jahr gerutscht?

Angelika Schulz-Parthu:

Ja, blendend, absolut unaufgeregt, aber langweilig – ich habe geschlafen … Muss ich das erklären? Mein Mann und ich machen das schon seit vielen Jahren so: Wir essen was Tolles, trinken was Tolles, reden was Tolles: Worauf wir uns im nächsten Jahr freuen und über schöne Erlebnisse im vergangenen Jahr.

Zum Thema „Gute Vorsätze“: Viele möchten sich den geliebten Glimmstängel abgewöhnen oder künftig mehr Sport treiben. Was haben Sie sich im neuen Jahr vorgenommen?

Angelika Schulz-Parthu:

Oh ja, ich habe einen ganz konkreten Vorsatz: jeden Abend meinen Schreibtisch aufzuräumen! Im Moment erinnert er eher an denjenigen von Friederike Mayhöfer (Fotos von ihrem Schreibtisch sind mir immer ein großer Trost) mit nahezu deckenhohen Papierstapeln – na gut: ist ein bisschen übertrieben …

Auf welche neuen Bücher dürfen sich die Leser 2014 freuen? Welchen Titel würden Sie gerne einmal verlegen?

Angelika Schulz-Parthu:

Worauf ich mich in diesem Jahr freue sind zunächst mal Krimis von Autoren, die ihre ersten Krimis bei uns verlegen: Gunnar Schwarting, Torsten Jäger, Gabriele Röber, Patricia Plummer – tolle Themen, ungewöhnliche Lösungen. Dann wird es wieder ein Tapas-Kochbuch geben, diesmal für die Pfalz. Die Autorin ist Gina Greifenstein, die ich zuerst als Krimiautorin bei Tödlicher Glühwein kennengelernt habe, die aber auch eine ganz erfahrene Kochbuchautorin ist. Sehr gespannt bin ich auf unseren neuen Lothringen-Führer, Lothringen entdecken von Sophia Schülke. Als ich die ersten Touren gelesen habe, war ich so begeistert, dass wir sofort mit Freunden ein verlängertes Wochenende in den Vogesen verabredet haben. – Für Ihre zweite Frage gibt’s nur eine Antwort: Das nächste Buch von Joanne K. Rowling würde ich gerne verlegen! Endlich einmal so hohe Gewinne, dass ich damit mühelos in meiner geliebten Nische weiterarbeiten kann ohne auf jeden Cent der Kosten achten zu müssen! Denn das wird bei unseren kleinen Auflagen zunehmend schwieriger …

2014 wird mit Am 7ten um 7! eine alte Lesereihe wieder ins Leben gerufen. Würden Sie darüber bitte kurz berichten?

Angelika Schulz-Parthu:

Darüber bin ich sehr glücklich! Wir haben nach langem Suchen einen Partner gefunden, Wasems Kloster Engelthal in Ingelheim, der genügend Räume hat. Schwierig ist das deshalb, weil die Lesereihe ja auch dann stattfinden muss, wenn der 7. ein Samstag ist und Wasems eine Hochzeit, einen runden Geburtstag usw. im Hause haben. Es lesen also wieder Autorinnen und Autoren des Leinpfad Verlags an jedem 7. eines Monats um 19 Uhr. Bei der ersten Lesung mit Johannes Gerster waren knapp 100 Gäste da und mittlerweile haben manche sogar bereits durchgehend für alle Lesungen Karten reserviert: Das ist ein richtiger Vertrauensvorschuss. Mehr unter

Das Interview führte Verlagsmitarbeiterin Kristin Heehler

 

 

 

Im Interview: Autorin Claudia Platz

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Sie haben sich in Ihrem neuesten Krimi „Betreff: MORD!“ eingehend mit dem Thema Urheberrecht befasst. Warum?

Auslöser war die Debatte über die Aufhebung des Urheberrechts im Internet. Als Autorin halte ich diese Forderung für untragbar. Immerhin handelt es sich um geistiges Eigentum, das nicht durch eine ungezügelte Freigabe und der vermeintlichen Freiheit des Netzes automatisch zum Allgemeingut werden kann. Das gilt für Gedrucktes ebenso wie für Bilder, Inhalten von Websites und Musik. Von Rockstars wird auch nicht verlangt, dass sie ihren neuen Song oder gar ihr ganzes Album kostenlos im Internet zur Verfügung stellten. Warum von Autoren?

Haben Sie selbst schon schlechte Erfahrungen mit einer Urheberrechtsverletzung gemacht?

Es kam schon vor, dass Texte von mir auf Veranstaltungen vorgetragen wurden, ohne dass der Verlag oder ich informiert waren. Wenn Dritte auf diese Weise Geld verdienen, halte ich das für sehr bedenklich.

Wie beurteilen Sie die Bemühungen der Politiker um ein faires Urheberrecht?

„Bemühungen“ trifft es sehr gut. Ich sehe da insgesamt eher wenig Kompetenz. Manche Politiker fallen leider durch eine gewisse Ahnungslosigkeit auf. Oder sie sind Piraten. Die haben sich ja schon immer genommen, was sie wollten.

„Betreff: MORD!“ ist ein sehr witziger Krimi geworden. Allein die Szene mit Samir Stockwinkel, dem Kommissar, und der Autorin Herlinde von Hachenburg, dem früheren Pornostar, im Hotel ist ein richtiger Gute-Laune-Tipp. Haben Sie bei Ihren Figuren immer jemanden vor Augen?

Eine gute Beobachtungsgabe ist Voraussetzung für realistische Figuren. Ich nehme aber nie eine wirkliche Person als Vorlage, sondern separiere individuelle Eigenschaften, die ich dann auf meine Protagonisten übertrage.

„Falsche Caesaren“, „Das Blut von Magenza“ sind spannende historische Krimis: Wie finden Sie eigentlich die Themen für Ihre Bücher?

Durch Inspiration wie z. B. der Besichtigung der Überreste des römischen Theaters in Mainz, Berichterstattung in den Medien über die SchUM-Städte Speyer, Mainz und Worms oder aus Gesprächen und persönlichen Begegnungen. Ist die Idee einmal geboren, folgt intensive, konzentrierte Recherchearbeit, bei der ich gern auf den fachlichen Rat von Historikern zurückgreife, damit der geschichtliche Hintergrund auch passt.

Die Angst vor dem leeren Blatt ist der Horror für nahezu jeden Autor. Wie gehen Sie damit um?

Da halte ich es mit Douglas Adams: „Don´t panic!“. Ich überstürze nichts, lasse mir erst einmal Zeit, bis ich einen neuen Plot gefunden habe oder er mich. Der bildet den Rahmen. Dann schreibe ich drauflos – auch wenn ich meist nicht weiß, wie die Geschichte endet. Eine gewisse Spontaneität gehört bei mir einfach dazu. Die Story entwickelt sich aus der Interaktion der Figuren.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Computer an – Schreiben – Computer aus. Spaß beiseite: Selbstdisziplin, Konzentration und Sitzfleisch sind die Voraussetzungen. Meinen Tag teile ich in geregelte Arbeitszeiten und Pausen wie es in jedem Bürojob auch ist. Läuft es mal nicht so gut, heißt es trotzdem dranbleiben. Selbst wenn ich am nächsten Tag womöglich alles wieder lösche.

Haben Sie einen Tipp, wie gutes Schreiben gelingen kann?

Ich tue mich mit dem Begriff „gutes“ Schreiben schwer. Spiegelt sich ein gutes Buch allein in hohen Verkaufszahlen oder den Bestsellerlisten wider? Ich denke nicht. Für mich ist es wichtig, authentisch zu bleiben. Wenn der Stoff dann die Leserinnen und Lesern packt, habe ich gut geschrieben.

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Claudia Platz: “Betreff: MORD!”, ISBN 978-3-942291-42-2, 328 Seiten, Broschur

Weitere Informationen über das Buch finden Sie hier