Lust auf Lothringen? Ein Wandertipp

Der Étang de Lindre ist ein Paradies für Vögel und Wanderer

Störche klappern von ihren Nestern herunter, allerhand Vogelgezwitscher hallt über die Wiesen und Fische tummeln sich im Wasser. Die Wanderung am zauberhaften Ètang de Lindre führt durch Wiesen und Wälder zum idyllischen Dorf Tarquimpol und zum verträumten Château d’Alteville. Den 6 km² großen Linderweiher, der im regionalen Naturpark Lothringen liegt und mit weiteren 133 Seen zum „pays des étangs“ gehört, hat die EU als Schutzgebiet Natura 2000 klassifiziert. Man wandert begleitet von bunt gemischtem Vogelgesang, hat man doch am Weiher knapp 250 Vogelarten gezählt. In zwei Beobachtungshäusern kann man Eisvogel, Haubentaucher oder Purpurreiher auch aus der Nähe sehen.

Die Tour beginnt auf der Straße Place de la Saline in Dieuze beim Portal der ehemaligen Königlichen Salinen und der Fassadenmalerei vom „Café du bon coin“. Am ehemaligen Café erinnert das Wandbild des Nordlothringers Greg Gawra an wichtige lokale Persönlichkeiten (siehe Infobox S. 49). Die Malerei bedeckt die ganze Hauswand und zeigt eine detailgetreue Szenerie des gemütlichen Dorflebens. Am Gebäude vorbei geht es durch die Rue Clemenceau. Hat man die Hauptstraße Avenue Charles de Gaulle überquert, geht es nach links. Gleich darauf biegt man am Place du Marché (Parkplatz) rechts in Richtung „Étang de Lindre“ ab. Der Ausschilderung folgt man am ersten Kreisel über die dritte Ausfahrt, am nächsten Kreisel über die zweite. Nach 400 Metern biegt man nach rechts auf einen Feldweg ein. Dort kommt man am gepflegten Picknick-Areal mit Tischen und Bänken am Linderweiher vorbei. In dem Schutzgebiet gelten die üblichen Regeln, Angeln und Schwimmen sind verboten. Der Weg führt an der Westseite des Sees immer geradeaus durch den Wald am See entlang.

In der ersten Beobachtungshütte lässt sich per Infotafel nachlesen, welche Vögel hier leben. Der Waldweg wird enger, vor einigen leichten Anstiegen kann sich Wasser ansammeln. Nach regenreichen Tagen liegen links und rechts vom Weg kleine Tümpel und mit ein wenig Glück sieht man Frösche hüpfen. Man folgt dem Weg weiter geradeaus bis zur Landstraße D199F nach Tarquimpol. Am Abzweig zum Dorf steht ein Wegekreuz, das im Jahr 1871 vom örtlichen Pfarrer gestiftet wurde. Tarquimpol besteht aus zwei Straßen mit weniger als 70 Einwohnern und ist wahrhaft sehr ländlich: Autos werden den Wanderern kaum auf der Straße begegnen. An der Kirche geht es vorbei und direkt am Seeufer kann man auf Bänken einen Blick auf den Weiher und seine Wasservögel genießen.

Aus Tarquimpol heraus geht es links über die D199G zum Château d’Alteville aus dem 16. und 17. Jahrhundert: Hier herrscht eine stille und magische Atmosphäre. Der kleine Weiher, die von Efeu bewachsene Fassade und die zwei Fronttürme verleihen dem Schloss einen verschlafenen Charme.

Wieder zurück am Picknick-Areal bummelt man auf der Seepromenade entlang und genießt einen schönen Blick auf den See und ein Storchengehege. Der Weg führt
geradeaus auf den Entdeckungspfad „De rives en rêves“. Der Weg führt in einen kleinen Wald, einer ausgewiesenen Ruhezone für die Fauna, vorbei an aufgestellten Nisthilfen für Störche. In der Brutsaison kann man die Vögel hier aus nächster Nähe beobachten und laut mit den Schnäbeln klappern hören. Direkt am Seeufer steht das schallgedämmte Vogelbeobachtungshaus „Maison des Oiseaux“. Von dort aus kann man die Vögel auf dem Wasser beobachten, ohne dass Geräusche nach außen dringen und die Vögel vertreiben könnten.

Von der Seepromenade geht es nach rechts, vorbei am Ausstellungsort Pavillon des Expositions, und durch das Dörfchen Lindre-Basse. Die Rue Principale führt geradeaus auf einen Feldweg hinauf. Von dort hat man noch mal einen schönen Blick auf den See. Der Feldweg mündet auf die Route de Lindre-Basse, links geht es nach Dieuze zurück. Den Straßen Route de Lindre Haute und Chemin du Calvaire folgt man bis zum Kreisel. Dort nimmt man den ersten Abzweig Richtung Centre Ville, geradeaus geht es zum Place du Marché und wieder zurück zur Fassadenmalerei.

Von der Dieuzer Saline zeugen noch mehrere Gebäude

Entnommen wurde dieser Wandertipp aus dem Buch Lothringen entdecken. 30 Touren durch Stadt, Land, Wald und am Wasser entlang Dort finden Sie 29 weitere Lothringer Touren mit Einkehrtipps, Infoboxen und einem ausführlichen Serviceteil.

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